Altkleidersammlung

Aktuelles

Die nächste Altkleiderspende findet im Zeitraum vom 23. bis 26. März statt.

Innerhalb dieser Woche können Altkleider und ähnliche Textilien in der Schule im Container C001 (erster roter Container) von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr abgegeben werden.

 

Ziele der Sammlung

Den Erlös der Altkleidersammlung wird der Elternfonds wir für die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern nutzen, die finanzielle Unterstützung benötigen, um am Schulleben teilnehmen zu können. Darüber hinaus möchten wir mit dem Erlös auch soziale Projekte der TMS unterstützen.

Neben der Unterstützung bedürftiger Schülerinnen und Schüler leisten Sie darüber hinaus mit Ihrer Kleiderspende einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2012 in Deutschland 100'000 Tonnen Textilmüll von den öffentlich-rechtlichen Versorgern verwertet. Diese Menge entspricht jedoch nur einem Siebtel aller Textilabfälle. Nur ein Teil der restlichen Abfälle gelangt zu den Kleiderspenden, der andere wird in den Hausmüll gegeben und kann so nicht umweltfreundlich verwertet werden.

Unternehmen wie die Soex Group, mit der wir kooperieren, recyceln Altkleider, so dass ein geschlossener Recyclingprozess entsteht und die Umwelt damit geschützt wird. Nicht mehr tragbare Kleidung verarbeitet Soex zu Putzlappen, Dämmstoffen und weiteren Isoliermaterialien; die übrige Kleidung wird in Secondhandgeschäften vermarktet. So werden Ressourcen wie Baumwolle geschont, da diese nicht zur Herstellung neuer Kleidung anfallen. Auch in diesem Jahr erhalten wir für jedes Kilogramm Altkleidung von Soex 30 Cent.

 

Auswirkungen des Altkleiderexportes auf andere Länder

"Gebrauchtkleiderexporte werden in Deutschland seit 15 Jahren kontrovers diskutiert. Dabei geht es vor allem um die Auswirkungen der Exporte auf lokale Industrien und Wirtschaftskreisläufe in den Importländern. Die afrikanischen Staaten südlich der Sahara stehen dabei seit langem im Fokus, denn sie sind die Hauptimporteure europäischer Gebrauchtkleidung. Die Diskussion begann in den 1990iger Jahren und wird bis heute vielfach mit denselben Argumenten geführt, obwohl sich wesentliche Aspekte und Bedingungen verändert haben." (Dachverband FairWertung e.V. 2011b)

Der Verband FairWertung untersuchte zwischen 2003 und 2005 (sowie in den nachfolgenden Jahren), wie sich der Export von Secondhand-Kleidung auf die Märkte in den Importländern (auch afrikanischen Ländern) auswirkt. Auch die Bundesregierung stellte sich 2012 dieser Frage. Sie kam zu einem ähnlichen Ergebnis (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2012). Im Folgenden sind die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen.

Eine multikausale Problematik

"Der häufig geäußerte Vorwurf, Secondhand-Kleidung sei für den Niedergang der Textilindustrie in den Importländern hauptverantwortlich, bestätigte sich […] nicht. Vielmehr wurde deutlich, dass die Veränderungen der (welt) wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen 10 bis 15 Jahren die wesentlichste Rolle gespielt haben. Es ist daher auch unrealistisch anzunehmen, ein Import-Stopp für Secondhand-Kleidung könne die Textil- und Bekleidungsindustrie in Afrika quasi automatisch neu beleben." (Dachverband FairWertung e.V. 2011a)

"Länderspezifische Untersuchungen der Textilindustrie haben aber ergeben, dass der Rückgang der lokalen Produktion nur zum Teil auf den Import von Alttextilien zurückführbar ist, im Übrigen aber auf den wirtschafts- und handelspolitischen Problemen des jeweiligen Entwicklungslandes beruht. Dazu zählen:

  • schlechte gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen,
  • mangelnde Produktivität von Betrieben,
  • staatliche Eingriffe in Privatunternehmen,
  • Wettbewerbsverzerrungen durch höhere Zollsätze auf Importen von textilen Rohmaterialien gegenüber textilen Fertigprodukten,
  • Wettbewerbsverzerrungen durch fehlende Importzölle auf Gebrauchtkleider bzw. durch Schmuggel,
  • Wettbewerbsverzerrungen durch asiatische Billigtextilien,
  • Wettbewerbsverzerrungen durch offene und versteckte Handelshemmnisse auf den Exportmärkten der lokalen Textilindustrie."

(Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2012, S. 2)

"'Wir möchten gute Qualität zu einem fairen Preis!' Diese häufig gehörte Forderung drückt Verschiedenes aus: Es geht darum, dass Kleidung auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich ist. Aber sie soll eine gute Qualität haben. Der Secondhand-Handel ist ein eigener Wirtschaftszweig. Menschen wollen nicht von Hilfslieferungen und der Wohltätigkeit wohlmeinender Europäer abhängig sein. Sondern selbst entscheiden, was sie kaufen und anziehen." (Dachverband FairWertung e.V. 2011a)

Die Studie ergab, dass "privat geführte Bekleidungs− und Textilfabriken durchaus eine Marktchance haben. Und zwar dann, wenn sie sich z.B. darauf spezialisieren, Stoffe für traditionelle Kleidung oder in großem Stil für regionale Nischenmärkte wie Schul− und Berufskleidung zu produzieren." (Dachverband FairWertung e.V. 2010)

Politische Lösungen sind gefragt

"Die vielen Gespräche vor Ort machten deutlich, dass Secondhand-Kleidung unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen in Tansania, Kamerun und weiteren afrikanischen Ländern nicht wegzudenken ist. Die wirtschaftliche Situation hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten infolge von Währungsabwertungen, Massenentlassungen von Staatsangestellten und rigiden Wirtschaftsauflagen von Weltbank und IWF permanent verschlechtert. In der Folge mussten auch Subventionen für die einheimische Textilproduktion gestrichen werden. Während die Preise z.B. für Energie und Wasser gestiegen sind, sind gleichzeitig die Einnahmen für Baumwolle, Kaffee und Kakao gesunken. Die hohen AIDS-Raten haben die Kosten des Gesundheitssystems enorm steigen lassen und absorbieren einen wachsenden Teil des ohnehin geringen Einkommens. All das hat zu einem enormen Kaufkraftverlust geführt. Secondhand-Kleidung ist daher für viele Menschen in Afrika Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Sie ist auch für Menschen mit wenig Bargeld erschwinglich. Gleichzeitig bietet der Handel damit vielen Personen Arbeit und Geld […]." (Dachverband FairWertung e.V. 2011a)

 

Literatur

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hrsg.) (2012): Drucksache 17/8690. Deutsche Altkleiderexporte in Entwicklungs− und Schwellenländer. URL: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/086/1708690.pdf (Stand: 02.03.2015)

Dachverband FairWertung e.V. (Hrsg.) (2010): Jahresbericht 2010. Von der Afrikaquote zum Dialogprogramm. URL: http://www.fairwertung.de/fix/doc/Jahresbericht2010_Artikel_Von%20der%20Afrikaquote%20zum%20Dialogprogramm.2.pdf (Stand: 06.02.2015)

Dachverband FairWertung e.V. (Hrsg.) (2011a): Gebrauchtkleiderexporte im Blickpunkt. URL: http://www.fairwertung.de/fix/doc/Dialogprogramm_2011.2.pdf (Stand: 06.02.2015)

Dachverband FairWertung e.V. (Hrsg.) (2011b): Rund um den Globus gefragt. Thesen zum Export von Secondhand−Kleidung. URL: http://www.fairwertung.de/fix/doc/Thesen%20zum%20Export%20von%20Secondhand-Kleidung.2.pdf (Stand: 06.02.2015)