Einzugsbereich im Jahr 2000

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text nicht dem aktuellen Stand entspricht und sich bis zum heutigen Datum viele Gegebenheiten stark verändert haben!

Porträt Jürgen KühlRegina Oehlmann OStR i.R. und Jürgen Kühl OStD i.R.
Der Einzugsbereich der heutigen Theodor-Mommsen-Schule hat sich im Laufe ihrer Geschichte stark verändert. Wegen der geringen Zahl der weiterführenden Schulen war er zu Anfang dieses Jahrhunderts wesentlich größer als heute. Das Bahnliniennetz wirkte sich deutlich sichtbar aus, wie die Karte von 1928 zeigt. Die nächsten entsprechenden weiterführenden Schulen befanden sich in Hamburg, Lübeck, Ratzeburg und Elmshorn. So kamen damals Schüler aus bis zu 40 km Entfernung täglich per Bahn und / oder Fahrrad; die Schulwege dauerten wohl bis zu 1,5 Stunden pro Strecke. Noch weiter entfernt wohnende Schüler wurden als "Pensionäre" in Oldesloer Familien einquartiert; sie fuhren im Allgemeinen an den Wochenenden nach Hause.
Im Laufe der Jahrzehnte verkleinerte sich der Einzugsbereich der Schule hauptsächlich durch die Gründung der umliegenden Gymnasien in Bad Segeberg: Dahlmann-Schule 1927, Städt. Gymnasium 1971, Ahrensburg: Stormarnschule 1936, kooperative Gesamtschule Heimgarten 1973, Bad Bramstedt: 1946, Großhansdorf: 1966, Fachgymnasium Bad Oldesloe (nur Oberstufe): 1969, Kaltenkirchen: 1971, Bargteheide: Kreisgymnasium 1974, Am Eckhorst 1983, Henstedt-Ulzburg: 1978, Trittau: 1983.
Die Gründung der IGS (Integrierten Gesamtschule) Bad Oldesloe (1990) brachte für die TMS einen Rückgang der Schülerzahl von etwa einer Klassenstärke, beginnend mit Klasse 5 und jährlich aufsteigend.
Die Einstellung der Bahnlinien für den Personenverkehr nach Ratzeburg 1962, Barmstedt 1973 und Trittau 1976, für die Busse nur teilweise Ersatz bieten, hat den Einzugsbereich der Schule in geringerem Maße beeinflusst.
Der in der Karte von 1988 auffallende große Anteil von Reinfelder Schülern - sie gehören als Stormarner zum Einzugsbereich des Oldesloer Gymnasiums, die Lübecker Gymnasien bleiben ihnen im Allgemeinen verwehrt - bedingt seit Jahren eine Diskussion über die Einrichtung einer weiterführenden Schule, zurzeit geht sie in Richtung einer kooperativen Gesamtschule in Reinfeld. So wird die nächste Karte des Einzugsbereichs - im Jahr 2008 - wahrscheinlich dort die größten Veränderungen haben.

Der Anteil der auswärtigen Schüler an der Gesamtschülerzahl der TMS sank also stetig, von etwa 65% 1928 bis auf 46% 1988. Diese Tendenz wird verstärkt durch das Wachstum Bad Oldesloes, in den 60er / 70er Jahren durch Eingemeindung von Vororten, in jüngster Zeit vor allem durch die Neubaugebiete im Westen der Stadt.
Insgesamt gesehen hat die Schule ihre überregionale Bedeutung weitgehend verloren, sie deckt im Wesentlichen nur noch den Norden des Kreises Stormarn ab, aber mit zur Zeit 963 Schülern / Schülerinnen (Stand Februar 2000) ist sie nach den Beruflichen Schulen am Schanzenbarg (ca. 1350 Schüler) und der Masurenwegschule (Grund-und Hauptschule, 1029 Schüler) die drittgrößte Schule Bad Oldesloes und überschreitet natürlich noch immer den Einzugsbereich der anderen Oldesloer Schulen außer dem der Beruflichen Schulen. Sie ist außerdem das drittgrößte Gymnasium in Schleswig-Holstein.
Die aktuellen Schülerzahlen der anderen Oldesloer Schulen (Stand: Februar 2000): IGS 800, Theodor-Storm-Schule (Realschule) 640, Stadtschule (Grundschule) 580, Klaus-Groth-Schule (Grund- und Hauptschule) 504, Schule am Kurpark (Sonderschule) 162.

 

Die Grafik zur Entwicklung der Schülerzahlen der TMS zeigt, dass die Gründungen der umliegenden Gymnasien, die die Verkleinerung des Einzugsbereichs der TMS bewirkten, kaum zum absoluten Rückgang der Schülerzahlen führten. Vielfältige Einflüsse bewirken das unstete Auf und Ab. Der tiefe Einschnitt um 1950 hatte seinen Grund im Fortfall der Sexten 1948 und Quinten 1949 und ihrer Wiedereinführung 1951. Wirtschaftlich schwierige Zeiten wirken sich schnell aus durch Abmeldung vor allem älterer Schüler, früher oft weil das Schulgeld nicht mehr bezahlt werden konnte wie z.B. Anfang der 30er Jahre. Auch die Mobilität der Bevölkerung zeigt sich sofort in den An- und Abmeldezahlen. Die Veränderung der Geburtenrate dagegen beginnt erst nach 10 Jahren Auswirkungen zu zeigen (am deutlichsten beim "Pillenknick" Ende der 60er Jahre). Der größte Anstieg der Schülerzahlen an der TMS von den 60ern bis zum Anfang der 80er Jahre - trotz der Gründung der meisten umliegenden Gymnasien - hat nach der "Wirtschaftswunder"-Zeit als wichtige Ursache die Bildungswerbung und -förderung, die allgemein einen verstärkten Übergang auf die weiterführenden Schulen bewirkten und bei der TMS zur bisherigen Spitzenzahl von 1157 Schülern bzw. Schülerinnen im Jahr 1981 führten.
Es erweist sich als schwierig, die Schwankungen der Schülerzahl vollständig zu erklären. Es ist auch kaum möglich, genaue Voraussagen zur Entwicklung zu treffen. Dies hindert uns nicht daran, der TMS für die Zukunft weiterhin eine vielfältige Lebendigkeit zu wünschen!

Einzugsbereich Entwicklung der Schülerzahlen an der TMS