Sanieerung 1969

OStD Hans-Jürgen Siepermann Porträt Hans-Jürgen Siepermann
Die im Vorjahrsbericht angekündigte "Sanierung" unserer Schule begann fast überstürzt, aber pünktlich zu den Sommerferien 1969 und die ewige "Baustelle Theodor-Mommsen-Schule" erlebte eine Wiederbelebung wie nie zuvor. Die unterrichtlichen Beeinträchtigungen, wozu auch mehrfache Ferienverlängerungen gehörten, die Nervenbelastungen für Schüler und Lehrer erreichten ein bisher kaum gekanntes Ausmaß und hielten das ganze Schuljahr hindurch - und darüber hinaus - an.
Mit voller Absicht wiederhole ich fast wörtlich, was der Vorjahrsbericht als Ankündigung enthielt. Alles ist eingetroffen, und nichts ist uns erspart geblieben. Manches ist schief gelaufen; manches findet keineswegs ungeteilten Beifall, sei es das eintönige Weiß der Flure und Treppenhäuser oder die Schulhofgestaltung.
Aber am Ende des Schuljahres mit seinem manchmal hoffnungslos erscheinenden Chaos war es im Wesentlichen geschafft:

  1. Die Fachräume Chemie und Biologie sind praktisch völlig neu erstanden (eine besondere Würdigung erfolgt an anderer Stelle).
  2. Mit Hilfe von (allerdings umstrittenen) Doppelfenstern, Jalousetten, Schallschluckdecken und Ventilatoren ist das Luft- und Lärmproblem in den straßenseitigen Unterrichtsräumen weitgehend entschärft worden.
  3. Fast alle Klassen haben Wasserversorgung erhalten.
  4. Klassen und Flure sind überholt worden.
  5. Die Ausstattung der Klassenräume wurde, soweit sie überaltert und verbraucht war, erneuert bzw. ergänzt.
  6. Dazu gehört auch die Modernisierung der Beleuchtungsanlagen.
  7. Parkplatz vor dem Hause, Pausenhof und Verkehrswege wurden befestigt! Der Pausenhof erhielt einen Springbrunnen, eine Sitzmauer und Grünanlagen. Außerdem wurde er hinter dem Neubautrakt des (derzeit noch) Realschulgebäudes um ein Kleinhandballfeld (20 x 40 m) und eine Sprunggrube erweitert.
  8. Die Turnhalle wurde generalüberholt und erhielt bei dieser Gelegenheit unter anderem einen Doppelschwingfußboden, Versenkrecks und wurde außerdem - genau genommen noch im Zuge des 1962 angelaufenen Erweiterungsbaues und nicht der jetzigen Sanierung! - um je zwei Schülerumkleideräume, Duschräume und Toiletten sowie um einen Lehrerumkleideraum mit Dusche erweitert. Damit ist sie, abgesehen von dem durch ihre Maße (11 x 22 m) gesetzten Grenzen, allen gängigen Anforderungen gewachsen.

Im Zuge des Schuljahres 1970/1971 bzw. des Kalenderjahres 1971 werden folgen:

  • Der Einbau eines Sprachlabors (nach Übernahme des derzeitigen Realschulgebäudes)
  • Die Umstellung der Heizung auf Erdgas
  • Die Beschaffung von Lehrmitteln, wodurch der entstandene Nachholbedarf im Rahmen des Möglichen gedeckt oder doch erheblich gemindert werden soll

Das ist für wahr eine stolze Bilanz! Viel, sehr viel Arbeit und über das normale Maß hinausgehender Einsatz waren notwendig, um das zu erreichen. Und lang ist die Liste derer, denen reichlicher und herzlicher Dank gebührt: den Geldgebern, unter denen vor allem der Kreis Stormarn zu nennen ist; den planenden und ausführenden Stellen der Stadt Bad Oldesloe, hier vor allem dem Bauamt, den ausführenden Firmen, die zum Teil zeitlich und qualitativ hervorragend gearbeitet haben; innerhalb der Schule den planenden Fachgremien, die sich bis ins Detail auch um die Ausführung kümmern mussten und zahllose Überstunden erbrachten; unserem Hausmeister, der (zum wievielten Male?!) seine Urlaubsansprüche zurückstellte, um mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen; und schließlich - last, but not least! - allen Damen und Herren des Kollegiums, die die oft unerträglichen Störungen und Beeinträchtigungen zwar keineswegs immer mit Gleichmut - wer wollte das von ihnen verlangen! - schließlich aber doch mit bemerkenswerter Disziplin auf sich genommen und ertragen haben.
Die Lösung des Raumproblems spielte, genau wie in den vorhergehenden Jahren, eine Hauptrolle im Dasein der Schule. Bei unveränderter Raumzahl (20) stieg die Zahl der Klassen von 26 auf 28, und so musste zusätzliche Aushilfe ersonnen werden. Darüberhinaus musste(n) über längere Zeiträume jeweils ein oder sogar mehrere Räume für die Handwerker frei gemacht werden und die dort beheimateten Klassen mussten "wandern". Bei der gestiegenen Schülerzahl (von 731 auf 802; im Durchschnitt also 28,6 Schüler pro Klasse!) und den relativ geringen Raumgrößen verursachte das oft erhebliche organisatorische Schwierigkeiten und führte zu noch größeren unterrichtlichen Beeinträchtigungen, da unter anderem in der Übergangszeit die Räume zeitweise nicht gelüftet werden konnten und auch sonst eher Rumpelkammern als Klassenräumen glichen.